Zwischen Träumerei und Raserei
Anna Zassimova begeistert mit Bach, Schumann und Chopin
Altes Rathaus, 19.04.2026. Ein tiefgehender Klavierabend, der es in sich hatte. Anna Zassimova spielte auf Einladung des Freundeskreises und der VHS im Alten Rathaus ein Programm mit zwei schwergewichtigen Werken: Johann Sebastian Bachs Partita e-moll (BWV 830) und Robert Schumanns Kreisleriana op. 16. Hinterher warf sie noch, weil das Publikum sie nicht gehen lassen wollte, zwei Mazurken und einen Walzer von Frédéric Chopin.
Zassimova, die als Jugendliche am Gnessin-Institut Moskau und später an der Musikhochschule Karlsruhe pianistisch ausgebildet wurde, geht in ihrer Interpretation aufs Ganze. Ihr Spiel, obwohl technisch vom Feinsten, wirkt nie routiniert und wiederholbar. Stattdessen geht sie jeden Moment in die Tiefe der Emotion, die sie in der Musik findet. So werden die sieben Sätze aus Bachs Partita zu Charakterstudien: mal scheint in der rechten Hand ein virtuoses Soloinstrument über einer Basslinie zu singen, dann rauscht eine Fuge durch alle Stimmen und Register.
Ein Ausflug in die Gedankenwelt Joh. S. Bachs
St. Marien, 22.03.2026. Wallfahrtsassistent Uwe van de Loo begrüßte die Künstler und Besucher am sonnigen Sonntagnachmittag in der Eggeroder Wallfahrtskirche im Namen des Freundeskreises Schöppinger Konzerte. Dann übergab er das Wort an Bildungsreferent Dr. phil. Kai Marius Schabram von der Landesmusikakademie NRW in Heek Nienborg. Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, auch Laien bedeutende musikalische Werke von der Theorie her zugänglicher zu machen.
Die Johannespassion ist eines der bekanntesten Passionswerke von Joh. S. Bach überhaupt. Was sich der Komponist bei seiner Arbeit dachte und wie er die gewünschten Effekte hervorrief, welche Passagen oder Fragmente anderen Werken entlehnt wurden, all dies erläuterte Dr. Schabram den Besuchern.
Ein Literaturkonzert zum Geburtstag
Altes Rathaus, 24.01.2026. Exakt auf ETA Hoffmann´s 250stem Geburtstag trafen sich zahlreiche Interessierte mit bekannten Künstlern in Schöppingens Altem Rathaus, um dieses Ausnahmetalent näher kennen zu lernen. Ein Zeichen dafür, dass sich auch heute noch viele Menschen für sein Schaffen interessieren.
Die Präsentation über das Geburtstagskind war alles andere als altbacken und fad. Das Quartett Sibylle Bersch (Rezitation), Benjamin Pfordt (Klavier), Ben Bönniger (Percussion) und Nikolaus Schneider (Moderation) nahm die Zuhörenden mit auf eine Reise durch E.T.A. Hoffmanns Leben, seine hohen Ambitionen als Musiker und seine doppelbödigen literarischen Texte.
Hoffmann wurde porträtiert als rastloser Feuergeist mit Sehnsucht nach Unendlichkeit. Dazu passt ein Zitat von ihm, das sich später im Gästebuch fand: „Melodien strömten auf und nieder, und ich schwamm in diesem Strom und wollte untergehen…“ Eine Klaviersonate Hoffmanns war ebenso zu hören wie Beethovens Sonate pathetique und Robert Schumanns "Kreisleriana". Diese Kompositionen stellen eine musikalische Verkörperung von Hoffmanns romantischem Künstlerideal, dem fiktiven Kapellmeister Kreisler dar.
Festliches Neujahrskonzert vermittelt Zuversicht

St. Brictius, 4.1.2026. Der deutsche Barockkomponist Christian August Jacobi komponierte bereits 1708 sein bekanntestes Werk „Der Himmel steht uns wieder offen“ als Teil seiner Weihnachtskantate. Jetzt wählten die Künstler des Schöppinger Neujahrskonzertes den Namen dieses Stücks als Leitbild und Titel des gesamten Konzertes und fügten weitere hoffnungsspendende Werke hinzu. Am Sonntagabend hatten mehr als 200 Besucherinnen und Besucher in der festlichen St. Brictius Kirche die Gelegenheit, sich an dieser Musik zu erfreuen. Zuvor wurden sie von Pater Joseph Pazhoor freundlich begrüßt.
Die beiden bekannten Trompeter des WDR Sinfonieorchesters Peter Roth und Peter Mönkediek konzertierten wieder zusammen mit ihrem Freund, dem Borghorster Kantor und Organisten Markus Lehnert. Diesmal wurde der Abend durch Henrike Jacob, Sopranistin und Gesangspädagogin aus Münster, bereichert.
Drei Freunde vereint im Jazz
Altes Rathaus, 23.10.2025. Welch ein Konzert spielten die drei catalanischen Freunde aus Barcelona in Schöppingen. Das Trio um den Komponisten Jofre Fité – (Piano, Synthesizer) verzauberte das Publikum. Nun ist es nicht so, dass die Schöppinger und aus dem ganzen Münsterland angereisten Besucherinnen und Bes
ucher keinen Jazz kennen. Aber kombiniert mit elektronischen, sphärischen Klängen und Geräuschen sowie rockigen und poppigen Rhythmen eröffneten sich neue Klangwelten. Und diese waren nicht nur irdisch, denn die Stücke thematisierten auch Reisen zu fernen Planeten.

