StMarienSchabram 20260322St. Marien, 22.03.2026. Wallfahrtsassistent Uwe van de Loo begrüßte die Künstler und Besucher am sonnigen Sonntagnachmittag in der Eggeroder Wallfahrtskirche im Namen des Freundeskreises Schöppinger Konzerte. Dann übergab er das Wort an Bildungsreferent Dr. phil. Kai Marius Schabram von der Landesmusikakademie NRW in Heek Nienborg. Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, auch Laien bedeutende musikalische Werke von der Theorie her zugänglicher zu machen.

Die Johannespassion ist eines der bekanntesten Passionswerke von Joh. S. Bach überhaupt. Was sich der Komponist bei seiner Arbeit dachte und wie er die gewünschten Effekte hervorrief, welche Passagen oder Fragmente anderen Werken entlehnt wurden, all dies erläuterte Dr. Schabram den Besuchern.

Entscheidende Hintergrundinformationen ermöglichen dem aufmerksamen Zuhörer eine andere, tiefere ästhetische Wahrnehmung der Musik. So arbeitete Bach mit einer Sinnbildlichkeit, die es ihm ermöglichte, Text mit musikalischen Mitteln umzusetzen und zugleich individuell stilistisch lebbar zu machen. Als Besonderheit der Johannespassion gilt die Tatsache, dass Bach Jesus Christus hier, entgegen der Darstellung in der Matthäuspassion, mehr als göttliche, dem Menschen übergestellte, Gestalt darstellt. Er ist der Vermittler zwischen Mensch und Gott, erhaben über das Leid (Kreuzigung) und wissend, was mit ihm passieren wird. Der Vortrag wurde ansprechend präsentiert und manche Theorien anhand von Musikbeispielen belegt.

Entspannung und puren Genuss erfuhren die Besucher während dreier Orgelstücke von Bach, die von der Steinfurter Organistin Hannah Parry gekonnt auf der Eggeroder Orgel dargeboten wurden. Parry ist Kirchenmusikerin an der Ev. Gemeinde in Gronau. Sie zeigte, dass das Eggeroder Instrument der anspruchsvollen Musik Bachs durchaus gewachsen ist. So erklangen die Triosonate in D Moll BWV 583 erster Satz, BWV 622 - O Mensch, bewein dein Sünde groß (aus „Das Orgelbüchlein“) und das Präludium in h Moll BWV 544 zur Freude der Besucher.