Altes Rathaus, 24.01.2026. Exakt auf ETA Hoffmann´s 250stem Geburtstag trafen sich zahlreiche Interessierte mit bekannten Künstlern in Schöppingens Altem Rathaus, um dieses Ausnahmetalent näher kennen zu lernen. Ein Zeichen dafür, dass sich auch heute noch viele Menschen für sein Schaffen interessieren.
Die Präsentation über das Geburtstagskind war alles andere als altbacken und fad. Das Quartett Sibylle Bersch (Rezitation), Benjamin Pfordt (Klavier), Ben Bönniger (Percussion) und Nikolaus Schneider (Moderation) nahm die Zuhörenden mit auf eine Reise durch E.T.A. Hoffmanns Leben, seine hohen Ambitionen als Musiker und seine doppelbödigen literarischen Texte.
Hoffmann wurde porträtiert als rastloser Feuergeist mit Sehnsucht nach Unendlichkeit. Dazu passt ein Zitat von ihm, das sich später im Gästebuch fand: „Melodien strömten auf und nieder, und ich schwamm in diesem Strom und wollte untergehen…“ Eine Klaviersonate Hoffmanns war ebenso zu hören wie Beethovens Sonate pathetique und Robert Schumanns "Kreisleriana". Diese Kompositionen stellen eine musikalische Verkörperung von Hoffmanns romantischem Künstlerideal, dem fiktiven Kapellmeister Kreisler dar.
Mit Fokus auf jedem einzelnem Wort, witzig und stets spitz pointiert rezitierte Sybille Bertsch Originaltexte des Geburtstagskindes, die zuvor von Dr. Nikolaus Schneider, mal ernst, mal augenzwinkernd und heiter, zeitlich einsortiert und angekündigt wurden. Die Percussion und die Improvisationen mit Percussion und Klavier führten dagegen in neue, stilistisch offene Klangwelten auf speziell erlesenen Instrumenten. Benjamin Pfordt setzte die anspruchsvollen Kompositionen mit Leichtigkeit und viel Gefühl so um, so dass es eine Freude war, den Flügel spielen zu hören.
Es wurde aus Briefen, die ihre Adressaten nie erreichten, rezitiert und verschiedene fiktive Figuren Hoffmanns, wie Ritter Gluck und weitere, wurden mit ihren Anschauungen über die Musik vorgestellt. Es war also viel von Fantasie mit Traumtänzern und Geistersehern die Rede. Ein Kontrast, eine Reise, die dem Publikum, das später in die reale, kalte Winternacht entlassen wurde, sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird.

