Altes Rathaus, 15.04.2012. Exklusivit√§t hat mitunter ihren Preis: Nicht allein, dass ein Trio aus Klavier, Klarinette und Fagott kaum Auswahl an St√ľcken hat, um zu beweisen, dass diese Besetzung nicht nur einen intellektuellen Reiz hat. Auch an Publikum mangelt es mitunter dieser ungew√∂hnlichen und seltenen Kombination. Nur 25 Zuh√∂rer fanden sich am Sonntagabend zum Konzert des Trio Path√©tique im Alten Rathaus ein.

Manfred Lindner (Klarinette), Albrecht Holder (Fagott) und Rolf W√§hning (Klavier) h√§tten sicher mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt mit ihrem Spiel. Besonders Fagott und Klavier boten im Zusammenspiel ungeahnte Lebendigkeit, was wohl nicht zuletzt der technischen Brillanz der beiden W√ľrzburger zu verdanken ist. Lindner ist seit 2010 Professor an der W√ľrzburger Musikhochschule, Holder bereits seit 1997. Dass sie h√§ufiger miteinander musizieren, offenbarte sich mit jedem Ton.

Erg√§nzt wurde ‚Äědiese besondere Trio-Besetzung‚Äú (Dr. Nikolaus Schneider, aktuelles forum, Volkshochschule Ahaus) durch Rolf W√§hning am Klavier, den Leiter der Musikschule Stadtlohn, der besonders bei den Konzertst√ľcken Nr. 1 (f-moll, op. 113) und Nr. 2 (d-moll, op.114) von Felix Mendelssohn-Bartholdy einen wunderbaren musikalischen ‚Äěroten Teppich‚Äú f√ľr die Bl√§ser ausrollte. Tats√§chlich entspann sich vor dem geistigen Auge eine geradezu epische Szenerie: √úber besagten roten Teppich schritt in W√ľrde und Grazie das ‚Äěherrliche Paar‚Äú in den Ballsaal, wo vielstimmiges Plappern und Tratschen die beiden empfing. Oder war es ein Schwanenpaar auf dem Ententeich, wo der schnatternde Schwarm die Sch√∂nen neidisch umrundet?

Welche Bilder auch immer der gro√üe Romantiker Mendelssohn-Bartholdy und seine lebhaften Interpreten am Sonntag im Kopf hatten: Sie machten staunen, schmunzeln und genie√üen. Ein wahrhaft exklusives Vergn√ľgen.

(Quelle: WN, 17.04.2012, Christiane Nitsche)