St. Brictius, 25.03.2012. Am Passionssonntag werden traditionell die Kruzifixe und Kreuze in den Kirchen mit violetten T├╝chern verh├╝llt. Vielerorts finden jetzt auch geistliche Konzerte mit Musik zur vor├Âsterlichen Zeit statt. Auch in der Brictiuskirche war das am Sonntag der Fall.

Eine beeindruckende musikalische Einstimmung auf die kommenden zwei Wochen erhielten die Zuh├Ârer in diesem etwa einst├╝ndigen Konzert. Neben Werken von Johann Sebastian Bach, G. F. H├Ąndel, Heinrich Sch├╝tz und J. M. Haydn erklangen auch Lieder von W. Boyce. G. B. Pergolsi und J. Reynolds.

Bei den St├╝cken "Tenuisti manum dexteram meam" von J. M. Haydn und "The sorrow of my heart" von W. Boyce sowie bei J. S. Bachs "Et misericordia" aus dem Magnificat musizierte die Gruppe der Solisten der Gesangsklasse Ludger Breimann (M├╝nster) gemeinsam. Elke Gro├če Venhaus (Sopran), Theresa Hellweg und Astrid Strege (Mezzosopran), Stefan Drees (Bariton) und Dr. Martin Alm (Tenor) bewiesen gleich zu Anfang ihr musikalisches K├Ânnen. Begleitet von Christa Teltenk├Âtter an der Orgel f├╝llte der Gesang mit sanften , der Passionszeit angemessenen T├Ânen den Kirchenraum.

"Er ward verschm├Ąhet" aus dem Messias von G. F. H├Ąndel wurde zu einem Dialog zwischen der Orgel und der sch├Ânen Mezzosopranstimme von Astrid Strege. Zwischendurch wechselten Rhythmus und Tempo, bevor das St├╝ck wieder zum alten Wechselspiel zur├╝ckfand.

Dr. Martin Alm setzte einen weiteren Glanzpunkt mit Ausschnitten aus der Matth├Ąuspassion von Johann Sebastian Bach gemeinsam mit Christa Teltenk├Âtter an der Orgel. Ein weiterer Teil aus G. F. H├Ąndels Messias erklang im Anschluss. Wehklagen und Abschnitte  mit kr├Ąftigen Stimmen wechselten durch die vier vorgetragenen Passagen und ├╝berzeugten durch Ausdruckskraft der Musiker und das ausgewogene, fein registrierte Orgelspiel.

Zum Schluss beendeten zwei kleinere Werke von Bach und Sch├╝tz den musikalischen Abend. Das Konzert war insgesamt ein Erlebnis im kleinen Rahmen f├╝r alle Beteiligten. Der Applaus fiel dementsprechend warmherzig aus, wenn auch nur wenige Zuh├Ârer in die Kirche gekommen waren.

(Quelle: Westf├Ąlische Nachrichten, 28.03.2012, Helmut Schwietering)