St. Brictius, 03.02.2019. Raum, Zeit, Klang – all das verschmolz am Sonntagabend zu einem einzigen, fast transzendenten Erlebnis beim Auftritt des Trios Mediæval in Schöppingen. Die drei Sängerinnen waren nicht nur Interpreten, die die Schönheit der Musik über die Jahrhunderte hinweg vermittelten; vielmehr schienen sie selbst von der Musik erfüllt zu sein. Von dem inneren Drang beseelt, durch den Gesang in eine höhere Dimension zu gelangen – über das Hörbare hinaus, und das Publikum dabei mitzunehmen.

Die Brictiuskirche als sakraler Raum bot eine ideale Umgebung für die Stimmen von Anna Maria Friman , Linn Andrea Fuglseth und Jorunn Lovise Husan. Glasklar waren sie, ohne viel Vibrato. Stimmkultur in ihrer reinsten Form.

Die drei Frauen verstehen sich wahrscheinlich blind – sie suchten aber während des Konzerts immer wieder Blickkontakt. Eine Kommunikation, die dem perfekten Timing und der absoluten Harmonie diente.

Mittelalterliche Choräle aus England führten zurück zu den Anfängen der Mehrstimmigkeit. In die Zeit, als erstmals Melodien und lang anhaltende Töne gleichzeitig erklangen und somit zaghaft ein neuer Klangraum erschaffen wurde. Das Trio erzeugte die Dauertöne mit Hilfe von Glockenstäben und einer sogenannten Shrutibox, einem indischen Instrument, dessen Töne ähnlich wie bei dem Akkordeon oder Harmonium erzeugt werden. Das Resultat: ein obertonreicher Instrumentalklang, von dem sich die ätherischen Frauenstimmen kontrastreich abhoben.

weiterlesen im WN-Artikel vom 5.2.2019

WDR3- Interview von Tom Daun mit dem Trio Mediaeval...